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Gewässer

Ungewöhnlich niedrige Wasserstände an der Donau bei Hundersingen

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Wehr in einem Fluss. Im Hintergrund sind Häuser zu sehen. Im Vordergrund befinden sich Bäume.

Am Pegel Hundersingen wurden für Ende Juni ungewöhnlich niedrige Wasserstände und Abflüsse gemessen. Am 29. Juni 2026 wurden ein Wasserstand von 34 cm und ein Abfluss von 4,27 m³/s registriert. Zum Vergleich: Der mittlere Jahresabfluss an diesem Pegel beträgt 26,6 m³/s. Damit führt die Donau aktuell nur rund ein Sechstel der durchschnittlichen Wassermenge.

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt. Solch ausgeprägte Niedrigwasserverhältnisse treten an der oberen Donau üblicherweise erst im Spätsommer oder Herbst auf. Das bereits Ende Juni derart niedrige Abflüsse auftreten, ist ungewöhnlich. Der aktuelle Abfluss bewegt sich in einem Bereich, der zuletzt Anfang der 1990er Jahre erreicht wurde. 

Diese Niedrigwasserphase ist im gesamten südöstlichen Baden-Württemberg zu beobachten, besonders betroffen sind die Einzugsgebiete von Donau, Riß, Schussen und Argen. Landesweit weisen rund 57% der Pegel sehr niedrige bis extrem niedrige Wasserstände auf.

Ursache der aktuellen Entwicklung ist die seit mehreren Monaten anhaltende Niederschlagsarmut. Bereits der Mai verlief deutlich zu trocken und auch im Juni fiel nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. Im Einzugsgebiet der oberen Donau hat sich dadurch ein deutliches Niederschlagsdefizit aufgebaut. Gleichzeitig führen die hohen Temperaturen zu einer erhöhten Verdunstung, wodurch die Abflüsse zusätzlich zurückgehen.

Die Auswirkungen dieser niedrigen Wasserstände sind entlang der Donau deutlich sichtbar. So treten Kiesbänke hervor, flache Uferbereiche fallen trocken und kleinere Seitenarme führen teilweise nur noch wenig Wasser. Gleichzeitig steigen die Wassertemperaturen in den Gewässern deutlich an, was Fische und andere Wasserlebewesen vor zusätzliche Belastungen stellt.

Die zuständigen Behörden verbieten aktuell eine Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässer, um diese Situation nicht weiter zu verschärfen. Nach den aktuellen Wetterprognosen werden die für die kommenden Tage erwarteten Niederschläge voraussichtlich nur zu einer kurzfristigen Entspannung führen. Für eine nachhaltige Verbesserung der Situation wären länger anhaltende und flächendeckende Niederschläge mit geringer Intensität, sogenannter Landregen, im gesamten Einzugsgebiet der Donau erforderlich. Bleibt die trockene Witterung bestehen, ist in den kommenden Wochen mit einer weiteren Verschärfung der Niedrigwasserlage zu rechnen.

Hintergrundinformationen: 

Der bisher niedrigste gemessene Abfluss am Pegel Hundersingen beträgt 3,81 m³/s im November 1991.

Informationen über die aktuellen Niedrigwasserverhältnisse stellt das Land über das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg unter Startseite - Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg bereit, dieses ist das Pendant der Hochwasservorhersagezentrale des Landes Baden-Württemberg, die für den Hochwasserfall landesweit Informationen bereitstellt.

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