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Medienmitteilung

Natura 2000 gemeinsam umsetzen

Regierungspräsidium Tübingen informiert in einer öffentlichen Veranstaltung über den Natura 2000-Managementplan

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​Das Regierungspräsidium Tübingen informiert in einer öffentlichen Veranstaltung über den Natura 2000-Managementplan für das FFH-Gebiet 8222-342 „Rotachtal Bodensee“ und lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Landnutzer und Eigentümer, dazu ein. Von der Planung berührte Behörden Kommunen und Verbände sind ebenfalls eingeladen. Die Veranstaltung findet statt

 

 

am Montag, 30. Mai 2016, von 15:00 bis 16:30 Uhr

beim Ferienhof Sturm, Benistobel bei Urnau, 88693 Deggenhausertal

 

 

 

Die für diese Gebiete zuständigen Ansprechpartner im Regierungspräsidium Tübingen stellen sich vor und geben einen Überblick über das Verfahren zur Erstellung der Natura 2000-Managementpläne sowie über die für das europäische Schutzgebietsnetz wertvollen Lebensraumtypen und Arten in den Gebieten.

 

Zum Verfahren der Managementplanerstellung:
Das Regierungspräsidium Tübingen hat mit der Bearbeitung des Managementplans im März 2016 begonnen. So werden zunächst die Vorkommen der europäisch bedeutenden Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten erfasst und in einer Bestandskarte dargestellt. Auf dieser Grundlage werden die aus Sicht von Natura 2000 anzustrebenden Ziele aufgezeigt und Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen empfohlen.

 

Die Informationsveranstaltung ist der Auftakt zu dem begleitenden Beteiligungsverfahren, in dem alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, sich in die Planerstellung einzubringen. Voraussichtlich im Sommer 2017 wird ein örtlicher Beirat am Entwurf der Ziel- und Maßnahmenplanung beteiligt. Dieser setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, anerkannten Naturschutzverbänden, privaten Waldeigentümern, landwirtschaftlichen Berufsvertretungen, Sportverbänden, der unteren Naturschutzbehörde, der Forst- und Landwirtschaftsverwaltung, der Landwirtschaftsverwaltung, der Wasserwirtschaftsverwaltung und ggf. weiteren, davon berührten Behörden und Verbänden. Im nächsten Schritt wird der Planentwurf öffentlich ausgelegt und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben dann die die Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen. Anfang 2018 sollen die Managementpläne fertig gestellt werden.

 

Zum FFH-Gebiet 8222-342 „Rotachtal Bodensee“:
Das FFH-Gebiet „Rotachtal Bodensee“ erstreckt sich über rund 30 Kilometer vom Oberlauf der Rotach im oberschwäbischen Hügelland bis zur Mündung in den Bodensee in Friedrichshafen. Die Gesamtgröße beträgt einschließlich der „Altweiherwiesen“ bei Oberteuringen und zwei Teilflächen bei Horgenzell etwa 490 ha.

 

Von besonderer Bedeutung für das Natura 2000 Schutzgebietsnetz sind die tief eingeschnittenen Tobeltäler im Oberlauf. Hier kommen naturnahe Tobelwälder (Schlucht- und Hangmischwälder) und Auwälder vor. In den Niedermoorgebieten bei Oberteuringen gibt es großflächige Pfeifengraswiesen. Sie sind Lebensraum der Schmalen Windelschnecke und des seltenen Sumpf-Glanzkrauts. Des Weiteren sind der Strömer, eine typische Fischart der Bodenseezuflüsse, ebenso wie die Groppe und der Steinkrebs als europaweit schützenswerte Arten im Gebiet zu nennen.

 

Hintergrundinformationen zu Natura 2000:
Natura 2000 ist ein europaweites Schutzgebietsnetz zur Sicherung der biologischen Vielfalt in Europa. Es umfasst europaweit bedeutende Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensräume. Rechtliche Grundlagen sind die Vogelschutzrichtlinie von 1979 und die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie von 1992 (Fauna = Tiere, Flora = Pflanzen, Habitat = Lebensraum).

 

Für jedes Natura 2000-Gebiet wird in Baden-Württemberg ein Managementplan erstellt. Auf der Grundlage einer aktuellen Erhebung und Bewertung der Arten- und Lebensraumvorkommen des Gebiets formuliert der Managementplan die Ziele, die anzustreben sind, um die Arten und Lebensräume hier langfristig zu erhalten und empfiehlt hierzu geeignete Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen.

 

Das Besondere an Natura 2000: Lokale Behörden, Landnutzer, Eigentümer und Bevölkerung werden in jeder Phase von der Planerstellung bis zur Umsetzung eingebunden. Zu Beginn jeder Planerstellung findet eine Informationsveranstaltung statt, die in die ökologische Bedeutung der Gebiete sowie in das Natura 2000-Verfahren einführt. Alle betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich im Rahmen der Informationsveranstaltung sowie später durch Stellungnahmen zum Planentwurf in das Verfahren einbringen. Für die Planerstellung wird ein Beirat einberufen, dem Vertreterinnen und Vertreter der im Gebiet tätigen Institutionen, Fachverbände und Behörden angehören. Die Ziele und Maßnahmenempfehlungen des Planentwurfs werden mit diesem Beirat abgestimmt.

 

Bei der Umsetzung sind Eigner und Landbewirtschafter als Partner gefragt. Sie sollen ihre Flächen weiterhin wirtschaftlich nutzen können. Dazu stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung wie beispielsweise das „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ des Landes Baden-Württemberg (FAKT), die „Landschaftspflegerichtlinie 2015“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, „Nachhaltige Waldwirtschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie die „Umweltzulage Wald“.

Die Natura-2000 Managementpläne können hier eingesehen werden.

Näheres zum FFH-Gebiet „Rotachtal Bodensee“ finden Sie in dieser Anlage.

 

Hinweis für die Redaktionen:
Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Simon Kistner, Pressereferent, Tel.: 07071/757-3080, gerne zur Verfügung. 

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