Zum Inhaltsbereich Zur Hauptnavigation

Lesezeit:

Teilen via:

Artenschutz

Junge Kreuzkröten verlassen nach erfolgreicher Fortpflanzung Laichgewässer bei Trochtelfingen

Lesezeit:

Teilen via:

Das Foto zeigt ein frisch metamorphosiertes Jungtier der Kreuzkröte im Sand

Mehrere Hundert junge Kreuzkröten haben in diesem Sommer das Trinkwasserasphalt-Becken am Flachsbühl bei Trochtelfingen verlassen. Das Gewässer wurde 2024 eigens für die stark gefährdete Amphibienart auf einem Grundstück des Bund Naturschutz Alb-Neckar e.V. erbaut. Nach dem erfolgreichen Auftakt 2025 konnte sich die Kreuzkröte dort nun im zweiten Jahr in Folge fortpflanzen.

Dabei begann die Saison anders als geplant: Das Becken wurde Anfang Mai bewusst spät befüllt, um es möglichst der Kreuzkröte vorzubehalten. Nach dem kalten Frühjahr mit einigen Frostnächten bis in den Mai hatte sich die Wanderung früh laichender Arten jedoch verzögert. So kamen Erdkröte sowie Berg- und Teichmolch der Kreuzkröte zuvor und nutzten das künstlich angelegte Gewässer ebenfalls zur Vermehrung.

Anfang Juni tummelten sich Hunderte Erdkröten-Kaulquappen im Gewässer, während die Kreuzkröte weiter auf sich warten ließ. Wenige Tage später wurden dann zwei Kreuzkröten in Tagesverstecken im direkten Umfeld des Beckens entdeckt und die ersten Laichschnüre im Wasser festgestellt. Später laichte ein weiteres Paar ab. Insgesamt nutzten drei bis vier Kreuzkrötenweibchen das Becken zur Fortpflanzung.

„Dass die Kreuzkröte das neu geschaffene Laichgewässer nun schon im zweiten Jahr in Folge angenommen hat, ist ein ermutigendes Zeichen. Gerade bei einem so kleinen Vorkommen zählt jedes Jahr, in dem erfolgreich Nachwuchs heranwächst“, sagt Dr. Heiko Hinneberg, Artenschutzreferent am Regierungspräsidium Tübingen.

Schwierig wurde die anhaltende Trockenheit, als der Kreuzkröten-Nachwuchs bereit war, das Gewässer zu verlassen. Zwischen der immer kleiner werdenden Wasserfläche und den nächstgelegenen Versteckmöglichkeiten lag zeitweise ein rund vier Meter breiter Gürtel aus staubtrockenem Substrat. Viele Jungtiere scheuten die Überquerung und verharrten an der Uferlinie. Einige Tiere magerten stark ab, einzelne vertrockneten. Als Schutz vor der starken Sonneneinstrahlung wurden deshalb entlang der Wasserkante Altholzstämme und große Steine ausgelegt. Die jungen Kröten nahmen die zusätzlichen Versteckmöglichkeiten schnell an. Ende August waren trotz der schwierigen Bedingungen nahezu alle jungen Kreuzkröten abgewandert. Auch Erdkröte und Teichmolch haben sich 2026 nachweislich erfolgreich im Becken reproduziert.

Zwei Jahre nach dem Bau des Trinkwasserasphalt-Beckens fällt die Zwischenbilanz damit positiv aus. „Es wird zwar noch einige Jahre dauern, bis sich die Investitionen in das technisch aufwändige Gewässer amortisieren, aber die geringen jährlichen Unterhaltungskosten dürften mittelfristig zu einer angemessenen Kostenbilanz beitragen,“ so Dr. Thomas Bamann, Sachgebietsleiter Artenschutz am Regierungspräsidium Tübingen. 

Das Trinkwasserasphalt-Becken am Flachsbühl verdeutlicht, was durch geeignete Schutzmaßnahmen und die gute Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichem Naturschutz erreicht werden kann. Zudem hat die diesjährige starke Trockenheit aufgezeigt, wo noch nachgebessert werden muss. Für die kommende Saison sind kleinere Optimierungen am Becken geplant, die insbesondere den jungen Kreuzkröten das Abwandern während längerer Trockenperioden erleichtern sollen.

Hintergrundinformationen: 

Die Kreuzkröte ist über den Anhang IV der FFH-Richtlinie europaweit geschützt und gilt in Baden-Württemberg als stark gefährdet (Rote-Liste-Kategorie 2). Ihre Bestände gehen landesweit zurück. Ihren Verbreitungsschwerpunkt bilden die Oberrheinebene, das Donautal und Oberschwaben, wo die Kreuzkröte vor allem Sand- und Kiesgruben besiedelt.

Zum Laichen benötigt sie flache, sich schnell erwärmende Tümpel und Pfützen mit nur zeitweiser Wasserführung. Ihre ursprünglichen Lebensräume sind durch die Regulierung der Fließgewässerdynamik sowie die Auffüllung und Entwässerung feuchter Acker- und Grünlandstandorte größtenteils verloren gegangen. Geeignete Laichgewässer findet die Art daher heute vor allem in Sekundärlebensräumen.

Auf der gewässerarmen Schwäbischen Alb dürfte die Kreuzkröte seit jeher selten gewesen sein. Während der militärischen Nutzung des Truppenübungsplatzes Münsingen entwickelte sich dort ein großes Vorkommen, das mittlerweile auf wenige Individuen geschrumpft ist. Weitere aktuelle Fundorte auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb befinden sich am Plettenberg bei Dotternhausen und bei Merklingen. Ein ehemaliges Vorkommen im Großen Lautertal bei Wasserstetten konnte in den letzten Jahren nicht mehr bestätigt werden.

Neben geeigneten Lachgewässern benötigt die Kreuzkröte niederwüchsige Landlebensräume mit einem hohen Offenbodenanteil. In lückiger Bodenvegetation kann sie sich gut fortbewegen und auf die Jagd nach Kleinstlebewesen gehen.

Trinkwasserasphalt-Becken: „Trinkwasserasphalt" bezeichnet eine spezielle Asphaltmischung, bei der im Unterschied zum herkömmlichen Straßenasphalt ausschließlich schadstofffreie und sortenreine Zuschlagsstoffe verwendet werden. Ein Übertritt von Schadstoffen ins Wasser oder ins Erdreich wird somit ausgeschlossen.

Weitere aktuelle Meldungen

  • Das Foto zeigt die sanierte Fahrbahn am Ortseingang Stefansfeld

    L 205 Straßenbauarbeiten vom Schloss Salem bis einschließlich Kreisverkehr in Stefansfeld

    | Straßen

    Verkehrsfreigabe der L 205 am Freitag, 30.10.2026

  • Das Foto zeigt mehrere Jungrinder auf einem eingezäunten Magerrasen

    Extensive Großviehbeweidung in vier Naturschutzgebieten im Kreis Reutlingen

    | Naturschutz
  • Das Foto zeigt den Durchlass Erlengraben bei Altheim unter der die L 200

    L 200 Fahrbahndeckenerneuerung Ahäusle - Altheim

    | Brücken

    Fahrbahndeckenerneuerung unter Vollsperrung im Zuge des Ersatzneubaus über den Erlengraben bei Altheim nun bis 06.11.2026

  • Das Foto zeigt die Ortsdurchfahrt Feldstetten

    B 28 Fahrbahndeckenerneuerung der Ortsdurchfahrt Feldstetten

    | Straßen

    Verlängerung der Vollsperrung bis voraussichtlich Freitag, 6. November 2026

  • Das Foto zeigt eine Illustration auf der fünf Mäuse abgebildet sind. Zwischen den Mäusen sieht man einen Wecker, eine Glühbirne und ein Flugzeug

    Torben Kuhlmann | Illustrationen und Bücher

    | Bibliotheken

    Die Ausstellung ist vom 3. bis 28. November 2026 in der Stadtbücherei in Meersburg zu sehen

  • Das Foto zeigt die sanierte Fahrbahn der L 245 zwischen Seeburg und Hengen

    L 245 Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Bad Urach/Seeburg und Bad Urach/Hengen

    | Straßen

    Abschluss der Arbeiten am Freitag, 30. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt zwei Hände, die in gesunden Boden greifen.

    Gesunde Böden, gesunde Menschen

    | Biosphärengebiet Schwäbische Alb
  • Das Foto zeigt die B 463 zwischen Eyachbrücke und dem Tunnel in Albstadt-Laufen

    B 463 Albstadt-Laufen zwischen Eyachbrücke und Tunnel

    | Straßen

    Restarbeiten Fahrzeugrückhaltesysteme vom 28. Oktober bis zum 30. Oktober 2026

  • Bild zeigt Baustellenschilder

    L 196 Felssicherungsarbeiten zwischen Kreenheinstetten und Hausen im Tal

    | Straßen

    Vollsperrung der L 196 bis 30.10.2026, im Anschluss halbseitige Sperrung mittels Ampelanlage bis Ende November 2026

  • Das Foto zeigt Landwirtschaftsministerin Marion Gentges, Regierungspräsidentin Isabel Kling, Bodensee-Apfelkönigin und Bodensee-Apfelprinzessin 2026/2028 und Vertreterinnen und Vertreter der Obstregion Bodensee e. V

    Initiative „FAIRDI – natürlich vom Bodensee“ mit Deutschem Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027 im Transformationsfeld „Natur“ ausgezeichnet

    | Landwirtschaft

    Regierungspräsidentin Isabel Kling: „FAIRDI ist wegweisend für unseren heimischen Obstbau am Bodensee und darüber hinaus“

  • Das Foto zeigt einen Minibagger

    Im Dialog mit dem Europäischen Parlament:

    | Marktüberwachung

    Regierungspräsidentin Isabel Kling macht Marktüberwachung zur Chefsache - illegale Maschinenimporte im Onlinehandel gefährden Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg

  • Das Foto zeigt die L 200 Zufahrt zum Entsorgungszentrum Füllenwaid

    L 200 Füllenwaid / K 7771 Vorarbeiten für neuen Kreisverkehrsplatz (Dammschüttung)

    | Straßen

    Beginn ab 26.10.2026 bis voraussichtlich Ende Dezember 2026

  • Das Foto zeigt mehrere Bäume mit Borkenkäferbefall in der Kernzone im Gemeindewald Zwiefalten

    Hiebsmaßnahme aus Waldschutzgründen in der Kernzone im Gemeindewald Zwiefalten

    | Biosphärengebiet Schwäbische Alb
  • L 284 Fahrbahnsanierung der Ortsdurchfahrt Mochenwangen

    | Straßen

    Verlängerung der Bauzeit

  • Ds Foto zeigt einen Zebrastreifen auf der sanierten Fahrbahn in der Ortsdurchfahrt Seeburg

    L 245 Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Bad Urach/Seeburg und Bad Urach/Hengen

    | Straßen

    Sperrung in der Ortsdurchfahrt von Seeburg ab Dienstag, 20. Oktober 2026 aufgehoben

  • Baustellenschild, Baustellenhelm und zwei Pylonen

    B 312 Neubau einer Geh- und Radwegbrücke bei Attenweiler Gutershofen

    | Brücken

    Baubeginn ab Montag, 19. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt vorbereitende Maßnahmen für den Behelfssteg neben der Brücke über die Schussen in Brochenzell. Links sieht man ein Hopfenfeld und im Hintergrund Wohngebäude von Brochenzell

    L 329 Ersatzneubau der Brücke über die Schussen in Brochenzell

    | Brücken

    Montage und Einhub des Behelfsstegs am 19. und 20. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt einen teilweise abgesperrten Abschnitt der Eninger Steige in einem Waldstück

    L 380 zwischen Eningen unter Achalm und St. Johann (Eninger Steige)

    | Straßen

    Sanierungsarbeiten ab Montag, 19. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt die frisch asphaltierte Fahrbahndecke der B 463. Man sieht einige Baustellenfahrzeuge und Stehlen und einspurigen fahrenden Verkehr.

    B 463 zwischen Albstadt-Laufen und Albstadt-Lautlingen

    | Straßen

    Fahrbahndeckenerneuerung - Bauende am Freitag, 16. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt ein Luftbild eines Kreisverkehrs des ersten Teilabschnitts der neuen Ortsumgehumg Rißtissen

    L 259 Neubau der Ortsumgehung Rißtissen

    | Straßen

    Fertiger Teilabschnitt bringt erste Entlastung für Rißtissen