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Medienmitteilung

Natura 2000 gemeinsam umsetzen

Das RP Tübingen informiert öffentlich über den Natura 2000-Managementplan für FFH-Gebiet "Albtrauf Pfullingen"

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​Das Regierungspräsidium Tübingen informiert in einer öffentlichen Veranstaltung über den Natura 2000-Managementplan für das FFH-Gebiet „Albtrauf Pfullingen“ und lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Landnutzer und Eigentümer, dazu ein. Von der Planung berührte Behörden, Kommunen und Verbände sind ebenfalls eingeladen. Die Veranstaltung findet statt

am Montag, 25. Juli 2016, von 19:30 bis 21:00 Uhr

im Lehrsaal der Freiwilligen Feuerwehr Pfullingen, Feuerwehrhaus Pfullingen (Bismarckstraße 53, 72793 Pfullingen).

Natura 2000 ist ein europaweites Schutzgebietsnetz zur Sicherung der biologischen Vielfalt in Europa. Es umfasst europaweit bedeutende Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensräume. Rechtliche Grundlagen sind die Vogelschutzrichtlinie von 1979 und die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie von 1992 (Fauna = Tiere, Flora = Pflanzen, Habitat = Lebensraum).

Die für das Gebiet zuständigen Ansprechpartner im Regierungspräsidium Tübingen geben einen Überblick über das Verfahren zur Erstellung der Natura 2000-Managementpläne sowie über die für das europäische Schutzgebietsnetz wertvollen Lebensraumtypen und Arten in dem Gebiet

Zum Verfahren der Managementplanerstellung:
Die Bearbeitung des Managementplanes erfolgt im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen und hat im März 2016 begonnen. Zunächst werden die Vorkommen der nach der FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten erfasst, ihr Zustand bewertet und die Ergebnisse in einer Bestandskarte dargestellt. Für den FFH-Lebensraumtyp „Magere Flachland-Mähwiesen“ werden die vorhandenen Daten der Biotopkartierung übernommen. Auf dieser Grundlage werden die aus Sicht von Natura 2000 anzustrebenden Ziele dargestellt und Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen empfohlen.

Die Informationsveranstaltung ist der Auftakt zu dem begleitenden Beteiligungsverfahren, in dem alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, sich in die Planung einzubringen. Voraussichtlich im Herbst 2017 wird ein örtlicher Beirat gebildet, mit dem der Entwurf der Ziel- und Maßnahmenplanung abgestimmt wird. Dieser setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, anerkannten Naturschutzverbänden, privaten Waldeigentümern, landwirtschaftlichen Berufsvertretungen, Sportverbänden, der unteren Naturschutzbehörde, der Forst- und Landwirtschaftsverwaltung, der Wasserwirtschaftsverwaltung und ggf. weiteren, davon berührten Behörden und Verbänden. Im nächsten Schritt wird der Planentwurf öffentlich ausgelegt und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben dann die Möglichkeit, dazu eine Stellungnahme abzugeben. Anfang 2018 soll der Managementplan fertig gestellt werden.

Zum FFH-Gebiet „Albtrauf Pfullingen“:
Das FFH-Gebiet „Albtrauf Pfullingen“ ist 3.712 ha groß und erstreckt sich am Albtrauf südöstlich von Reutlingen. Es reicht vom Fuß der Schwäbischen Alb bis auf die Hochfläche und umfasst für den Albtrauf charakteristische Lebensräume und Arten, von denen viele nach der FFH-Richtlinie geschützt sind. Der markante Steilhang ist fast überall bewaldet und durch die Taleinschnitte von Echaz, Arbach und ihrer Zuflüsse stark zergliedert.

An die großen Wälder – größtenteils Waldmeister- und Orchideen-Buchenwälder oder Schlucht- und Hangmischwälder  –  schließen sich auf der Hochfläche aus der traditionellen Mähwiesennutzung und Hüteschafhaltung entstandene Wacholderheiden und Kalk-Magerrasen (zum Teil mit Orchideenvorkommen) an.

Der flache Hangfuß am Albanstieg rund um Eningen und Pfullingen ist von Streuobstwiesen und mageren Flachland-Mähwiesen geprägt. Diese sind wichtige Lebensräume für Wildblumen und Insekten. Die sonnenexponierten lichten Buchen-Hangwälder im FFH-Gebiet sind der Lebensraum des Alpenbocks, einer europaweit nach der FFH-Richtlinie geschützten Käferart. Sie ist in Baden-Württemberg nur in wenigen Buchenwäldern auf der Schwäbischen Alb zu Hause. An blütenreichen Wald- und Wegrändern ist im Juli und August die auffällig gefärbte Spanische Fahne, eine Schmetterlingsart, zu finden. Auch der Biber in der Echazaue steht unter dem Schutz der FFH-Richtlinie.

Hintergrundinformationen zu Natura 2000:
Für jedes Natura 2000-Gebiet wird in Baden-Württemberg ein Managementplan erstellt. Auf der Grundlage einer aktuellen Erhebung und Bewertung der Arten- und Lebensraumvorkommen des Gebiets formuliert der Managementplan die Ziele, die anzustreben sind, um die Arten und Lebensräume hier langfristig zu erhalten und empfiehlt hierzu geeignete Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen.

Das Besondere an Natura 2000: Lokale Behörden, Landnutzer, Eigentümer und Bevölkerung werden in jeder Phase von der Planerstellung bis zur Umsetzung eingebunden. Zu Beginn jeder Planerstellung findet eine Informationsveranstaltung statt, die in die ökologische Bedeutung der Gebiete sowie in das Natura 2000-Verfahren einführt. Alle betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich im Rahmen der Informationsveranstaltung sowie später durch Stellungnahmen zum Planentwurf in das Verfahren einbringen. Für die Planerstellung wird ein Beirat einberufen, dem Vertreterinnen und Vertreter der im Gebiet tätigen Institutionen, Fachverbände und Behörden angehören. Die Ziele und Maßnahmenempfehlungen des Planentwurfs werden mit diesem Beirat abgestimmt.

Bei der Umsetzung sind Eigner und Landbewirtschafter als Partner gefragt. Sie sollen ihre Flächen weiterhin wirtschaftlich nutzen können. Dazu stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung wie beispielsweise das „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ des Landes Baden-Württemberg (FAKT), die „Landschaftspflegerichtlinie 2015“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, „Nachhaltige Waldwirtschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie die „Umweltzulage Wald“.

Näheres zum FFH-Gebiet „Albtrauf Pfullingen“ entnehmen Sie bitte dieser Anlage.

Hinweis für die Redaktionen:
Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Simon Kistner, Pressereferent, Tel.: 07071 757-3080, gerne zur Verfügung.

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