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Naturschutz

Landesübergreifendes Moorprojekt im Degermoos: Wiedervernässung im Abschnitt Rotasweiher startet

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Das Foto zeigt eine Luftaufnahme von Rotasweiher-Degermoos

Ende März beginnen im baden-württembergischen Teil des Degermoos Maßnahmen zum Schutz des Moores: Im Abschnitt Rotasweiher im Naturschutzgebiet Rotasweiher-Degermoos im Landkreis Ravensburg werden rund 30 Holzspundwände in Entwässerungsgräben eingebaut. Dadurch soll der Wasserstand dauerhaft angehoben und das Moor wiedervernässt werden. Die Wiedervernässung ist ein wichtiger Schritt, um die natürlichen Funktionen des Moores zu stärken und seltene Arten zu schützen.

Das Degermoos ist Lebensraum zahlreicher bedrohter Arten und von bundesweiter Bedeutung. Im Gebiet kommen unter anderem die Libelle „Große Moosjungfer“ (Leucorrhinia pectoralis), der Schmetterling „Goldene Scheckenfalter“ (Euphydryas aurinia) und die Vogelart „Zwergdommel“ (Botaurus minutus) vor. Zudem wurden über 100 Moosarten nachgewiesen. Das Gebiet ist auf beiden Seiten der Landesgrenze als Naturschutzgebiet ausgewiesen und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

„Das Degermoos gehört zu den wertvollsten Moorlandschaften unserer Region. Im Bereich Rotasweiher können sich Moorlebensräume wieder gut entwickeln, wenn mehr Wasser im Boden bleibt. Mit den Spundwänden schaffen wir die Voraussetzung, dass sich das Moor hier langfristig stabilisieren kann“, erklärt Niklas Best, Moorschutzreferent am Regierungspräsidium Tübingen.

Mehrere Entwässerungsgräben durchziehen den Abschnitt Rotasweiher und leiten stetig Wasser aus dem Moorboden ab. Gerade in trockenen Sommern sinkt der Wasserstand dadurch schnell– mit spürbaren Folgen für das empfindliche Ökosystem. Im Zentrum der Fläche liegt ein natürliches Übergangsmoor, umgeben von Pfeifengras-Streuwiesen und kleineren Nasswiesen.

Intakte Moore sind doppelt wichtig: Sie sind Lebensraum für seltene Arten und gleichzeitig wichtig für den Klimaschutz. Mit den Maßnahmen im Degermoos wird sowohl die biologische Vielfalt geschützt und der Kohlenstoff im Moor gespeichert.

Die Umsetzung der Maßnahme im Abschnitt Rotasweiher wird durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mit 150.000 Euro gefördert.

Hintergrundinformationen: 

Das Degermoos erstreckt sich über etwa 400 Hektar und liegt in den Landkreisen Lindau (Bayern) und Ravensburg (Baden-Württemberg). Die anstehenden Maßnahmen im Abschnitt Rotasweiher befinden sich im baden-württembergischen Teil des Kerngebietes.

Die Landesregierungen beider Bundesländer haben ihre Zusammenarbeit im Moorschutz mit einem gemeinsamen Kabinettsbeschluss vom 23. Juli 2019 bekräftigt. Das Degermoos ist eines der zentralen Projektgebiete dieser Kooperation. Die Maßnahmen im Projektgebiet werden auf beiden Seiten der Landesgrenze schrittweise in verschiedenen Abschnitten umgesetzt.

Ziel des länderübergreifenden Projekts ist die Renaturierung des „Degermoos“, insbesondere durch die Wiederherstellung der natürlichen Wasserverhältnisse und die Stabilisierung des Moorkörpers. Gleichzeitig soll der Biotopverbund zwischen den verschiedenen Moorflächen gestärkt und der Wasserrückhalt in der Landschaft verbessert werden.

Viele Moore in Mitteleuropa sind durch jahrzehntelange land- und forstwirtschaftliche Nutzung stark beeinträchtigt. Sinkt der Wasserstand, beginnt der im Moor gespeicherte Torf sich zu zersetzen. Dabei werden große Mengen Kohlendioxid und andere Treibhausgase freigesetzt.

Schätzungen zufolge stammen rund sieben Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen aus geschädigten Mooren. Gleichzeitig verlieren viele spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum. Ein Großteil der Moorbiotope gilt laut aktueller Roter Liste als stark gefährdet oder von vollständiger Vernichtung bedroht. Die Wiedervernässung ist deshalb die wichtigste Maßnahme im Moorschutz. Mit der geplanten Maßnahme im Abschnitt Rotasweiher wird ein weiterer wichtiger Schritt unternommen, um das Degermoos langfristig als wertvolle Moorlandschaft und Lebensraum seltener Arten zu erhalten.

Bild:

Luftaufnahme Rotasweiher-Degermoos; Fotografie: Regierungspräsidium Tübingen, Referat 56

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