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Medienmitteilung

Biosphäre macht Schule

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​"Unsere Welt entdecken, verstehen, gestalten" lautet das Motto des nun gestarteten Projekts „Zertifizierung von Grundschulen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb als Biosphären-Schulen“. Sieben Grundschulen in der Gebietskulisse machen sich auf den Weg hin zur "Biosphären-Schule". Sie wollen Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker im schulischen Alltag sowie in der schulischen Bildung verankern.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine der Leitperspektiven im baden-württembergischen Bildungsplan 2016, die auch im Biosphärengebiet Schwäbische Alb fest verankert ist. „Mit dem Projekt Biosphären-Schulen wollen wir die Kooperation mit Grundschulen verstärken und langfristig ein Netzwerk an Biosphären-Schulen aufbauen“, so Regierungspräsident Klaus Tappeser. Die Schulen behandeln Biosphärengebietsthemen regelmäßig im Unterricht und legen im Sinne der BNE wichtige Grundlagen für eigenverantwortliches Handeln bei den Kindern.

Insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schüler besuchen die sieben Pilotschulen aus den Landkreisen Alb-Donau, Esslingen und Reutlingen. Konkret sind dies die Lindenschule Unterlenningen, die Digelfeldschule Hayingen, die Sternbergschule Gomadingen, die Astrid-Lindgren-Schule Münsingen, die Grundschule Bad Urach-Wittlingen, die Grundschule Schelklingen-Schmiechen und die Grundschule Erbstetten-Frankenhofen.

„Viele Schulen haben bereits erste gute BNE-Bausteine mit beispielsweise einer Schulgarten-AG, Aktionstage zum Biosphärengebiet oder Projekttage zum Thema Klima“, erklärt Projektleiterin Petra Dippold von der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Diese Schulen werden nun im nächsten Schritt bei der Erweiterung der Angebote und der Verankerung im Schulcurriculum fachlich und organisatorisch durch die Geschäftsstelle begleitet.

Dabei entwickelt jede Schule eigene Unterrichtsmodule – auch in Kooperation mit außerschulischen Bildungspartnern aus Land- und Forstwirtschaft, Handwerk oder Natur- und Landschaftsführung. Beim Projektauftakt fasste eine Schulleiterin die Ziele der Schulen zusammen: „Es wäre toll, wenn Schülerinnen und Schüler, die eine Biosphären-Schule durchlaufen, eine Lebenserfahrung mitnehmen, die sie bereichert. Kinder sollen erlebbare Erfahrungen machen, wie etwas schmeckt, riecht, sich anfühlt und wie es ist, wenn mal etwas nicht so funktioniert.“

So werden die beteiligten Grundschülerinnen und Grundschüler mehr über die Zusammenhänge von Natur, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ihrer heimatlichen Umgebung erfahren. Dabei steht bei allen Fragen das Biosphärengebiet Schwäbische Alb im Vordergrund. Wie kann sich die menschliche Gesellschaft in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht nachhaltig entwickeln? Woher kommen unsere Nahrungsmittel? Wie viel verdienen die Landwirtin und der Landwirt am Supermarktprodukt? Wie haben unsere Vorfahren gewirtschaftet und was können wir heute daraus lernen?

Indem die Kinder den „Schatz vor der Haustüre“ entdecken, so formuliert es eine der rund 50 beteiligten Lehrerinnen und Lehrer, wird auch der Wert einer kleinen Schule auf dem Land sichtbar gemacht. Denn im engen Austausch stehen die erarbeiteten Unterrichtsmodule auch den anderen teilnehmenden Schulen zur Verfügung. So entsteht im Projektverlauf nicht nur ein Netzwerk an schulischer Biosphärengebietskompetenz, sondern gleichzeitig ein Kriterienkatalog, der im Rahmen der Zertifizierung der Biosphären-Schulen herangezogen wird.

Hintergrundinformation:
Das Zertifizierungssystem für Biosphären-Schulen bietet ein modellhaftes Instrument für Schulen, sich intensiv mit Themen des Biosphärengebiets im Sinne der BNE auseinanderzusetzen und diese so in ihrer Institution zu verankern. Obwohl der neue Bildungsplan BNE als Querschnittsaufgabe vorsieht, zeigt sich, dass dies bislang eher in Form von Einzelprojekten und -aktivitäten einzelner Klassenstufen oder besonders engagierter Lehrerinnen und Lehrer umgesetzt wird. Das Zertifizierungssystem stellt einen Leitfaden bzw. eine Struktur zur Verfügung, um die Forderung aus dem Bildungsplan praktisch im Schulalltag umzusetzen. Dieser ganzheitliche Ansatz reicht soweit, dass auch die Bewirtschaftung des Schulgebäudes in ein nachhaltiges Handeln miteinbezogen werden muss, z.B. bei der Beschaffung von Arbeitsmaterialien oder dem Umgang mit Energie.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb hat durch seine Aufgabenstellung und die vorhandenen Strukturen und Netzwerke insbesondere mit außerschulischen Bildungspartnern gute Möglichkeiten, in der Zusammenarbeit mit Schulen, kontinuierlich Angebote und Erfahrungen im Sinne der BNE zu vermitteln. Ziele, Wertvorstellungen und wichtige Handlungsfelder des Biosphärengebiets Schwäbische Alb werden so schon frühzeitig Teil der schulischen Bildung.

Auf Initiative der Fraktionen Bündnis90/Grüne und CDU wurden für das Projekt „Zertifizierung von Grundschulen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb als Biosphären-Schulen“ Sondermittel zur Verfügung gestellt.

Bildunterschrift:
Lindenschule in Unterlenningen, eine der sieben Pilotschulen, Foto: Lindenschule Unterlenningen.

Hinweis für die Redaktionen:
Für Fragen zu dieser Pressemitteilung stehen Ihnen Herr Roland Heidelberg von der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb, Telefon 07381/932938-14, oder Herr Dirk Abel, Pressesprecher, Regierungspräsidium Tübingen, Telefon 07071/757-3005, gerne zur Verfügung.

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