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Straßenplanung

B 30neu zwischen Friedrichshafen und Ravensburg/Eschach

Regierungspräsidium Tübingen informiert Gemeinde- und Ortschaftsräte von Tettnang, Meckenbeuren und Kau über den Planungsstand und das weitere Vorgehen

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Das Foto zeigt eine Informationsveranstaltung. Mehrere Personen an Tischen in einem großen Raum. Man blickt auf eine Leinwand mit einer Präsentation zum Thema "B 30, Friedrichshafen - Ravensburg"
Man blickt auf eine Treppe in einem Raum auf der die Mitarbeiter der Mobilitätsabteilung des Regierungspräsidiums gemeinsam mit den Gemeinde- und Ortschaftsräten von Tettnang, Meckenbeuren und Kau stehen

In einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte von Tettnang und Meckenbeuren sowie des Ortschaftsrats Kau informierte das Planungsteam des Regierungspräsidiums Tübingen über die Planung der B 30neu zwischen Friedrichshafen und Ravensburg/Eschach. Themen der Sitzung waren insbesondere das weitere Vorgehen nach der Auslegung der Planunterlagen für das Linienbestimmungsverfahren und der Stand bei der Entwurfsplanung. 

Ein wichtiger Meilenstein im komplexen Planungs- und Verfahrensprozess der B 30neu zwischen Friedrichshafen und Ravensburg wurde über den Jahreswechsel erreicht. Das Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig hat nach einer aufwändigen Abstimmungsphase mit dem planenden Regierungspräsidium in Tübingen sowie den Bundes- und Landesministerien für Verkehr die Planunterlagen zur Vorplanung der B 30neu veröffentlicht. Die Öffentlichkeit konnte bis zum 16. Februar 2026 dazu Stellung nehmen. Im Fokus stehen die umweltrelevanten Auswirkungen der untersuchten Varianten West, Mitte und Ost und deren Beurteilung. 

Nach Ansicht des Regierungspräsidiums hat nur die Variante Ost Aussicht auf Verwirklichung. Die Konflikte der anderen Varianten sind insbesondere was die Umweltbelange anbelangt zu groß. Aber die Variante Ost ist keineswegs konfliktfrei. „Trotz der Mitnutzung der vorhandenen Straßen rund um Meckenbeuren, Tettnang und Friedrichshafen benötigen wir für den vierstreifigen Fahrbahnquerschnitt hochwertige Flächen in diesem besonderen Raum“, erklärte Franz Feil vom Planungsteam. Daher gelte es in der weiteren Planung zu prüfen, wo die Flächeninanspruchnahme reduziert werden kann. Im Fokus steht dabei der Abschnitt zwischen der B 30 bei Lochbrücke/Siglishofen und dem geplanten Anschluss an die B 31 in Friedrichshafen. Die Berücksichtigung der neuesten Verkehrsprognose des Bundes für das Jahr 2040 wird zeigen, ob die zu erwartenden Verkehrszahlen einen vierstreifigen Ausbau rechtfertigen. Den Räten wurde deutlich, dass die Abwägung zwischen einer guten Leistungsfähigkeit der B 30neu und dem Grundsatz, flächensparend zu planen, fachlich hinreichend hinterlegt werden muss.

Auch die künftige Verlärmung durch die neue Straße war ein wichtiges Thema der Sitzung. Da sich die Variante Ost zwischen den Siedlungsrändern hindurchschlängele, müsse das Augenmerk auf bestmöglichem Lärmschutz liegen.

Die Gemeinde- und Ortschaftsräte waren froh vom Planungsteam zu hören, dass die Detailplanung für die Variante Ost schon begonnen hat und kontinuierlich weiter geht. Dass es aber noch einige Jahre hin zu einer neuen B 30 sein werden, machte Anne Dittmann vom Planungsteam deutlich. „Neben den vielen noch notwendigen Planungs- und Verfahrensschritten braucht es seine Zeit, bis die 17 km lange Trasse ausgeplant und abgestimmt ist.“ In der im Vergleich zur Westvariante deutlich längeren Strecke der Variante Ost liegen aber gewichtige Vorteile. Sie verbindet nämlich auch die B 467 bei Tettnang mit der B 30 bei Friedrichshafen. Diese sogenannte „Querspange Tettnang“ ist im Bedarfsplan des Bundes als eigenes Projekt enthalten und praktisch in der Variante Ost enthalten. Durch die Querverbindung wird insbesondere der Tettnanger Teilort Kau deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet. Auch Liebenau, das die B 30neu westlich umfährt, wird von einem großen Teil des Verkehrs befreit.

Tettnangs Bürgermeisterin Regine Rist betonte, dass erkannt wird, dass nur die Variante Ost eine realisierbare Variante ist. Aufgrund der hohen Betroffenheiten – beispielsweise der Landwirtschaft oder der Bewohner der angrenzenden Ortschaften - sei es jedoch unbedingt notwendig, die Gremien und auch die Öffentlichkeit regelmäßig zu informieren und einzubinden, um deren Belange bei den Planungen berücksichtigen zu können, so ihr Appell an das Planungsteam. „Größtmögliche Transparenz schafft hier Vertrauen“, pflichtete ihr Meckenbeurens Bürgermeister und Sitzungsleiter Georg Schellinger bei. Mit dem Gremium des Runden Tischs Landwirtschaft des Regierungspräsidiums sei man hier auf einem guten Weg.

Hintergrundinformationen: 

Die B 30neu ist ein wichtiger Lückenschluss zwischen der B 30, Ortsumgehung Ravensburg und der B 31, Ortsumgehung Friedrichshafen, in der landesweit bedeutenden Nord-Süd-Achse zwischen den Wirtschaftsräumen Friedrichshafen, Ravensburg/Weingarten und Ulm/Neu-Ulm.

Gleichzeitig entlastet sie die Ortsdurchfahrten zwischen Ravensburg und der Messe-Stadt Friedrichshafen.

Rechtliche und fachliche Änderungen machten ab 2011 den Wiedereinstieg in die eigentlich abgeschlossene Planungsstufe Vorplanung/Linienfindung erforderlich. Die bis dahin favorisierte Westtrasse musste im Hinblick auf zumutbare Alternativen auf Grundlage aktueller Erhebungen und Untersuchungen nochmals beurteilt werden. 

Aufgrund sehr hoher naturschutzfachlicher und -rechtlicher Konflikte der Varianten West und Mitte ist allein die Variante Ost naturschutzrechtlich zulässig.

Die Variante Ost soll nach der nun erfolgten öffentlichen Auslegung der Planunterlagen durch das Fernstraßen-Bundesamt linienbestimmt werden, so dass auf dieser Grundlage auch formal der nächste Planungsschritt der Entwurfsplanung mit der detaillierten Planung der Trasse in Lage und Höhe erfolgen kann.

Nach der Entwurfsplanung und der Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium erfolgt die Genehmigungsplanung, die Grundlage für das Baurechtsverfahren, das Planfeststellungsverfahren, ist.

Weitere Informationen zur Planung sind online unter https://rpt.baden-wuerttemberg.de/abt4/b30/ zu finden.

Anlagen:

Bild 1:

Das Regierungspräsidium informiert die Gemeinde- und Ortschaftsräte von Tettnang, Meckenbeuren und Kau.

Bild 2:

Mitarbeiter der Mobilitätsabteilung des Regierungspräsidiums gemeinsam mit den Gemeinde- und Ortschaftsräten von Tettnang, Meckenbeuren und Kau.

Fotografien:

Gemeinde Meckenbeuren

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