Zum Inhaltsbereich Zur Hauptnavigation

Lesezeit:

Teilen via:

Artenschutz

Wenn weniger Gehölz mehr Lebensraum bedeutet

Lesezeit:

Teilen via:

Das Foto zeigt eine Person an einem Hang bei Gehölzpflegearbeiten

Mit Beginn des Oktobers startet im Regierungsbezirk Tübingen wieder die Zeit, in der Gehölze entnommen werden können. Bis Ende Februar werden auf ausgewählten naturschutzfachlich wertvollen Flächen Bäume und Sträucher zurückgeschnitten oder entfernt. Ziel ist dabei nicht, Natur zu beseitigen, sondern bestimmte Lebensräume und die dort vorkommenden Arten zu fördern.

Bei einem Ausflug in die Natur oder auf einem vertrauten Spazierweg fällt es oft besonders auf: Das Landschaftsbild hat sich verändert. Wo vor kurzem noch Büsche und Bäume standen, ist der Blick plötzlich wieder frei. Eine Wacholderheide wirkt offener, an einem Felsen sind Gehölze verschwunden oder eine Moorfläche sieht ungewöhnlich kahl aus. Solche Veränderungen können auf den ersten Blick irritieren und die Frage aufwerfen: Warum werden ausgerechnet für den Naturschutz Bäume und Sträucher entfernt? Die Antwort liegt in den besonderen Ansprüchen vieler wertvoller Lebensräume und der an sie gebundenen Arten. 

Blütenreiche Wiesen, Wacholderheiden, Magerrasen, Moore und offene Felslandschaften gehören zu den charakteristischen Lebensräumen im Regierungsbezirk Tübingen. Über lange Zeit trugen große Weidetiere, später auch landwirtschaftliche Beweidung und Mahd, dazu bei, Landschaften offenzuhalten. Fehlen diese Einflüsse, können sich Gehölze ausbreiten und die besonderen Standortbedingungen verändern. Das hat Folgen für die darauf spezialisierten Tier- und Pflanzenarten.

„Wenn wir Gehölze entfernen, geht es deshalb nicht darum, möglichst wenig Natur stehen zu lassen. Im Gegenteil: Wir schaffen Platz für die Natur, die auf offene, lichtreiche Lebensräume angewiesen ist. Viele seltene Arten wie der Blauschwarze Eisvogel, die Gewöhnliche Gebirgsschrecke, der Berglaubsänger und der Sonnentau brauchen diese Umweltbedingungen, um zu überleben.“, erklärt Dr. Thomas Bamann, Sachgebietsleitung Artenschutz am Regierungspräsidium Tübingen.

Dass viele dieser Arbeiten im Herbst und Winter stattfinden, hat einen wichtigen Grund. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es grundsätzlich verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Maßnahmen im Wald sind hingegen ganzjährig möglich.

Doch auch während der Gehölzpflegesaison darf nicht einfach überall genschnitten oder gerodet werden. Artenschutzrechtliche Vorgaben gelten unabhängig vom Kalender. Die Pflegemaßnahmen im Regierungsbezirk Tübingen werden deshalb den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend geplant, standortangepasst durchgeführt und fachlich begleitet. 

„Unsere Kulturlandschaft ist nicht statisch. Was wir heute als besonders artenreich erleben, ist vielfach über Jahrhunderte durch die Nutzung des Menschen und großer Weidetiere entstanden. Fällt diese Nutzung weg, braucht es Pflege, damit offene Lebensräume nicht verschwinden. Genau deshalb ist Gehölzentnahme eine Schlüsselmaßnahme im praktischen Naturschutz.“, so Judith Engelke, Sachgebietsleitung Landschaftspflege am Regierungspräsidium Tübingen.

Auch wenn eine frisch gepflegte Fläche unmittelbar nach den Arbeiten ungewohnt kahl erscheinen kann, wird mit Beginn der nächsten Vegetationsperiode sichtbar, weshalb der Eingriff erfolgt ist: Licht erreicht wieder den Boden, offene Flächen können sich entwickeln und die für den jeweiligen Lebensraum charakteristischen Pflanzen und Tiere finden geeignete Bedingungen.

Hintergrundinformationen: 

Der Regierungsbezirk Tübingen umfasst eine außergewöhnlich vielfältige Natur- und Kulturlandschaft. Er bildet nahezu den vollständigen südwestdeutschen Schichtstufenraum ab und wird maßgeblich durch die Flusssysteme von Donau und Neckar geprägt. Vom Albtrauf über die Hochfläche der Schwäbischen Alb bis in den oberschwäbischen Raum erstreckt sich ein breites Spektrum ökologisch bedeutender Lebensräume. Die Moor- und Hügellandschaften Oberschwabens, die Mähwiesen des Albvorlands sowie die Wacholderheiden der Schwäbischen Alb bieten Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Zudem ist der Regierungsbezirk ein bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für viele Vogelarten.

Weitere aktuelle Meldungen

  • Das Foto zeigt eine Person an einem Hang bei Gehölzpflegearbeiten

    Wenn weniger Gehölz mehr Lebensraum bedeutet

    | Artenschutz
  • Das Foto zeigt die Umleitungsskizze L 207 zwischen Deggenhausertal-Ellenfurt und Heiligenberg-Echbeck

    L 207 Erhaltungsmaßnahmen zwischen Deggenhausertal-Ellenfurt und Heiligenberg-Echbeck

    | Straßen

    Fahrbahnsanierung unter Vollsperrung zwischen Ellenfurt und Unterboshasel ab Montag, 5. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt die B 28 die durch die Ortsdurchfahrt Feldstetten führt.

    B 28 Fahrbahndeckenerneuerung der Ortsdurchfahrt Feldstetten

    | Straßen

    Vollsperrung im Baustellenbereich ab Montag, 5. Oktober bis voraussichtlich Samstag den 31. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt die Brücke über die L 1165 bei Ulm-Lehr von unten.

    B 10 Teilinstandsetzung der Brücke über die L 1165 bei Ulm/Lehr ab 5. Oktober 2026 bis voraussichtlich Anfang November 2026

    | Brücken
  • Das Foto zeigt ein Gruppenbild der Mitarbeitenden der Geschäftsstelle Biosphärengebeit Schwäbische Alb vor dem Biosphärenzentrum Schwäbische Alb. Drei Mitarbeitende halten den Antrag auf UNESCO-Anerkennung in der Hand.

    Biosphärengebiet Schwäbische Alb reicht Antrag auf erneute UNESCO-Anerkennung ein

    | Biosphärengebiet Schwäbische Alb
  • Das Foto zeigt Straßenbauarbeiten an der B 32. Man sieht einen Bagger, die aufgegrabene Fahrbahnoberfläche und mehrere Absperrungen

    B 32 Straßenbauarbeiten zwischen Grünkraut-Eggwald und Bodnegg-Rotheidlen

    | Straßen

    Fertigstellung der Bauarbeiten am Freitag, 9. Oktober 2026

  • Das Foto zeigt eine Illustration auf der fünf Mäuse abgebildet sind. Zwischen den Mäusen sieht man einen Wecker, eine Glühbirne und ein Flugzeug

    Torben Kuhlmann | Illustrationen und Bücher

    | Bibliotheken

    Die Ausstellung ist vom 1. bis zum 30. Oktober 2026 in der Gemeindebücherei in Dettingen an der Erms zu sehen

  • Das Foto zeigt die neue Regierungspräsidentin von Tübingen Isabel Kling

    Isabel Kling wird neue Regierungspräsidentin in Tübingen

    | Regierungspräsidium
  • Das Foto zeigt mehrere Kleidungssstücke aufgehängt auf Bügeln

    Klamottentauschparty in Münsingen

    | Biosphärengebiet Schwäbische Alb
  • Man sieht ein großes Baustellenfahrzeug bei Asphaltierarbeiten und vier Personen in gelben Warnwesten

    B 311 Fahrbahndeckenerneuerung von Sauldorf-Hölzle bis Meßkirch-Heudorf

    | Straßen

    Baubeginn am Montag, 28. September 2026

  • Das Foto zeigt den Neckar bei Obernau von Oben

    Neckartalradweg zwischen Bieringen und Obernau wieder geöffnet

    | Gewässer
  • Das Foto zeigt die Baustelle B 28 Bad Urach

    B 28 Bad Urach – Ausbau der Knotenpunkte „Wasserfall“ und Hochhaus

    | Straßen

    Geänderte Verkehrsführung in der Stuttgarter Straße ab Montag, 21. September 2026 und Asphaltarbeiten B 28 Süd und Hochsträß ab Mittwoch, 23. September 2026

  • Das Foto zeigt die L 245 Bad Urach in Richtung Hengen. Man sieht das Ortsausgangsschild und einzelne Häuser von Seeburg.

    L 245 Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Bad Urach/Seeburg und Bad Urach/Hengen

    | Straßen

    Beginn der Bauarbeiten am Montag, 21. September 2026

  • Das Foto zeigt ein frisch metamorphosiertes Jungtier der Kreuzkröte im Sand

    Junge Kreuzkröten verlassen nach erfolgreicher Fortpflanzung Laichgewässer bei Trochtelfingen

    | Artenschutz
  • Das Bild zeigt Fichten in der Kernzone Erdbeerberg mit Borkenkäferbefall.

    Hiebsmaßnahme in der Kernzone Erdbeerberg im Gemeindewald Hohenstein

    | Biosphärengebiet Schwäbische Alb
  • Das Bild zeigt einen Abschnitt des Neckartalradweges zwischen Kirchentellinsfurt und Reutlingen. Im Hintergrund ist ein Brücke zu sehen.

    B 297 Neckartalradweg zwischen Kirchentellinsfurt und Reutlingen-Altenburg

    | Radverkehr

    Arbeiten zur Verbreiterung ab Mittwoch, 16. September 2026

  • Gruppe von Grundschulkindern, die in die Schule laufen, Rückansicht

    Schuljahresbeginn 2026/2027:

    | Schule

    Das Regierungspräsidium Tübingen informiert über die Unterrichtsversorgung und die Entwicklung der Schülerzahlen

  • Das Bild zeigt die L 317 schadhafte Fahrbahndecke zwischen Oberankenreute und Wassers von oben.

    L 317 Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Schlier Oberankenreute und Wolfegg-Wassers

    | Straßen

    Baubeginn am Montag, 21. September 2026

  • Das Bild zeigt die sanierte Fahrbahn der B 27 zwischen Bodelshausen und Ofterdingen. Auf der Gegenfahrbahn ist Verkehr.

    B 27 Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Bodelshausen und Ofterdingen

    | Straßen

    Einen Monat früher als ursprünglich geplant: Verkehrsfreigabe am Samstag, 12. September 2026

  • Das Bild zeigt die L 329 Brücke über die Schussen in Brochenzell von der Seite.

    L 329 Ersatzneubau der Brücke über die Schussen in Brochenzell

    | Brücken

    Herstellung des temporären Behelfsstegs ab Montag, 14. September 2026