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Denkmalschutz

„Neue Würde für das Alte – Die Sanierung von Uhlands Geburtshaus in Tübingen“

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Das Foto zeigt die eine Mauer an der ein Schild befestigt ist mit dem Schriftzug "Denkmalschutz"

Vortragsveranstaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – Ortskuratorium Tübingen und des Regierungspräsidiums Tübingen am 11. November 2025

Das Ortskuratorium Tübingen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Leitung von Gabriele Siegele lädt am Dienstag, 11. November 2025 um 18:00 Uhr zu einem Vortrag mit dem Journalisten und Kulturredakteur Burkhard Baltzer über die Sanierung von Uhlands Geburtshaus in Tübingen ein. Die Veranstaltung findet im Großen Sitzungssaal des Regierungspräsidiums Tübingen in der Konrad-Adenauer-Straße 20 statt.

Das Geburtshaus des Dichters, Wissenschaftlers und Politikers Ludwig Uhland liegt unterhalb des Schlosses in einer der schönsten Straßen der Universitätsstadt. Es ist ein barockes Bürgerhaus, errichtet 1772, und ein anschauliches Beispiel für bürgerliche Wohnkultur zur Zeit des Rokokos. Uhlands Eltern, die dort ihr Zuhause hatten, zogen noch im Jahr seiner Geburt im April 1787 in das Haus des Großvaters um, und da es weitere Domizile Uhlands nicht mehr gibt, bürgerte sich die Bezeichnung „Uhland-Haus“ für den Geburtsort in der Neckarhalde ein.

1993 wurde das Haus als „Kulturdenkmal“ in das Denkmalbuch eingetragen. Den Niedergang des Anwesend schien dies jedoch nicht aufzuhalten. Das Dach war an über einem Dutzend Stellen undicht und eingedrungene Feuchtigkeit zog die Fachwerkkonstruktion in Mitleidenschaft. Überdies zerstörte die unsachgemäße Renovierung durch eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft zahlreiche Zeugnisse aus früheren Jahrhunderten. So wurden zum Beispiel Dielen- und Steinfußböden mit kunststoffbeschichteten Spanplatten verdeckt oder entfernt und fast alle Türen durch weiße Plastiktüren ersetzt. Lediglich in der ersten Etage waren eine seltene Stuckdecke sowie Lambarien und eine Rokokotür erhalten geblieben. Äußerlich wurde an der Fassade mit dem signifikanten zweiflügeligen Tor und den Türen zum Keller wenig verändert.

Zwischen 2012 und 2014 gründeten zwei Mietparteien und ihre Familien eine Baugemeinschaft, unter ihnen der Referent, die das Haus und ihre Wohnungen erwarben und gemeinschaftlich restaurierten. Die ursprünglichen Fußböden wurden freigelegt und durch historische Dielen bzw. Sandsteinplatten sowie durch einige alte Türblätter ergänzt – das alles in sorgfältiger Kombination mit neuer Haus- und Sanitärtechnik. Besondere Schwierigkeiten bereiteten der verrottete Dachstuhl und das undichte Dach. Drei Architekten, zwei Restauratoren, ein Statiker und eine Energiespezialistin berieten 17 Handwerkerfirmen und die Eigentümer unterschiedlichster Berufe bei diesem immensen gemeinschaftlichen Projekt. 2016 wurde die Baugemeinschaft dafür mit dem Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.

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