Zum Inhaltsbereich Zur Hauptnavigation

Lesezeit:

Teilen via:

Medienmitteilung

Das Ausbringen von Tieren bedarf einer Genehmigung

Höhere Naturschutzbehörde weist auf Genehmigungsvorbehalt des Bundesnaturschutzgesetzes für Freisetzen von Tieren hin.

Lesezeit:

Teilen via:

​Die höhere Naturschutzbehörde weist aus aktuellem Anlass auf den Genehmigungsvorbehalt des Bundesnaturschutzgesetzes für das Freisetzen von Tieren hin: Im Vorfeld einer beabsichtigten Ausbringung von Tieren ist zwingend eine Genehmigung beim Regierungspräsidium einzuholen.

In Deutschland steht das Ausbringen von Tieren unter Genehmigungsvorbehalt. Grund der Genehmigungspflicht ist, dass einheimische Arten, Biotope oder Ökosysteme durch ein Ausbringen nicht gefährdet werden sollen. Das Bundesnaturschutzgesetz ist daher in diesem Punkt auch streng formuliert und folgt dem sogenannten „Vorsorgeprinzip“: Die Genehmigung ist zu versagen, wenn eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten der Mitgliedsstaaten der europäischen Union nicht auszuschließen ist.

 

Für die Mitte Januar in Laupheim ausgebrachten Braut- und Mandarinenten bedeutet dies, dass eine Genehmigung nicht erteilt werden kann. Denn eine Gefährdung für heimische Arten kann bei diesen Entenarten grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Eine solche Gefährdung einheimischer Arten wie Dohle, Gänsesäger oder Hohltaube wäre vor allem durch eine Brutplatzkonkurrenz möglich, da die Braut- und Mandarinenten zum Brüten ebenfalls auf Baumhöhlen zurückgreifen.

 

Aus Vorsorgegesichtspunkten müssten die freigesetzten Braut- und Mandarinenten daher grundsätzlich wieder aus dem Teich im Laupheimer Schlosspark entnommen werden. In der Zwischenzeit wurden auch bereits einzelne der ausgebrachten Tiere vom örtlichen Geflügelzuchtverein wieder aus dem Teich entnommen. Hinsichtlich der restlichen Enten sieht die Naturschutzverwaltung aus Gründen des Tierschutzes jedoch aktuell von einer Entnahmeanordnung ab, da bei diesen mittlerweile bereits die Fortpflanzungsaktivitäten begonnen haben.

 

Wie problematisch das Aussetzen gebietsfremder Tiere sein kann, zeigt das Beispiel des Waschbärs. Einst vom Menschen freigesetzt, verursachte die Art zunächst keine sichtbaren Probleme. Inzwischen hat sich der Waschbär jedoch fast flächendeckend verbreitet. Er stellt regional bereits eine Bedrohung für die heimische Flora und Fauna dar. Der Waschbär kann beispielsweise effektiv Baumverstecke wie Spalten und Höhlungen auf Nahrung kontrollieren, was zu Verlusten bei höhlen- sowie baumbrütenden Vögeln führen kann.

 

Auch bei Pflanzen stellt sich immer wieder das Problem von eingebrachten gebietsfremden Arten. Ein Beispiel ist hier etwa das Springkraut. Das aus dem Himalaja als Bienenpflanze von Imkern eingeführte Kraut, das großflächige und dichte Bestände bildet, sehr konkurrenzfähig ist, rasch wächst und viele Samen bildet, verdrängt und gefährdet die heimische Vegetation, beispielsweise verhindert es in Wäldern die Verjüngung von Bäumen und Sträuchern oder verdrängt an Bachläufen die heimische Ufervegetation. Das Springkraut ist mittlerweile auf der prioritären Liste der EPPO (European Plant Protection Organization) als besonders schädliche gebietsfremde Art aufgeführt.

 

Hintergrundinformationen:
Neophyten bzw. Neozoen (griechisch: neo = neu; phyton = Pflanze, zoon =Tier) sind Pflanzen bzw. Tiere, die bewusst oder unbewusst durch den Menschen in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie vorher auf natürliche Weise nicht verbreitet waren.


Gebietsfremde Arten, die bereits in früheren Zeiten (vor 1492) in unsere freie Natur eingebracht wurden, werden als Archäobiota bzw. als Archäophyten ("Alt-Pflanzen") oder Archäozoen ("Alt-Tiere") bezeichnet.


Gebietsfremde Arten, also  Archäo- und Neobiota, sind von den einheimischen Arten (Indigene) abzugrenzen, die in Deutschland seit dem Ende der letzten Eiszeit vorhanden sind, es aus eigener Kraft besiedelt haben oder hier entstanden sind (Klimawandel). Die Frage, wann und auf welche Weise eine Art zu uns gekommen ist, kann zumeist durch Bestandserhebungen, durch erhaltene Reste in Mooren, Grabbeilagen etc. oder durch historische Quellen beantwortet werden.

 

Hinweis für die Redaktionen:
Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Dirk Abel, Pressesprecher, Tel.: 07071/757-3005 gerne zur Verfügung.

Weitere aktuelle Meldungen

  • Blick von oben: Ein Schwerlasttransporter transportiert ein Rotorblatt durch enge Straßen in Gomadingen

    Wie transportiert man ein 80 Meter langes Windrad-Rotorblatt durch enge Straßen auf der Schwäbischen Alb?

    | Erneuerbare Energien
  • Das Foto zeigt ein Portrait von Bernadette Behr

    Bernadette Behr ist Leiterin des Staatlichen Schulamtes Markdorf

    | Schule
  • Das Bild zeigt eine Straße mit einem Baustelleninformationsschild.

    B 31 Vorankündigung der Fahrbahnsanierung zwischen Kressbronn und der Landesgrenze ab 13. April 2026

    | Straßen
  • Das Foto zeigt den Anschluss Bleiche aus der Luft

    B 28 Dettingen an der Erms – Umbau des Anschlusses „Bleiche“

    | Straßen

    Beginn der Bauphase 3 ab Freitag, 20. März 2026

  • Das Foto zeigt eine Fahrbahnsetzungen im Verlauf der L 442

    B 463 Instandsetzung des Tunnels Albstadt-Laufen und weitere Erhaltungsmaßnahmen

    | Straßen

    Sanierungsarbeiten der Umleitungsstrecke auf der L 442 zwischen Balingen-Zillhausen und Albstadt-Pfeffingen ab Mittwoch, 18.03.2026

  • Ein junger Mann steht zwischen Kleiderständern und blickt auf das Kleidungsetikett

    Fast Fashion im Onlinehandel: Marktüberwachung Baden-Württemberg stellt bei jedem zweiten Kleidungsstück Kennzeichnungsmängel fest

    | Marktüberwachung

    Am 15. März ist Deutscher Verbrauchertag!

  • Das Foto zeigt eine Illustration auf der fünf Mäuse abgebildet sind. Zwischen den Mäusen sieht man einen Wecker, eine Glühbirne und ein Flugzeug

    Torben Kuhlmann | Illustrationen und Bücher

    | Bibliotheken

    Die Ausstellung ist vom 16. März bis zum 11. April 2026 in der Stadtbücherei in Riedlingen zu sehen

  • Das Foto zeigt den Knotenpunkt Wasserfall und die stattfindenden Asphaltarbeiten von oben

    B 28 Bad Urach, Ausbau der Knotenpunkte „Wasserfall“ und „Hochhaus“

    | Straßen

    Schrittweise Umstellung auf die Verkehrsphase 2 ab Mittwoch, 11. März 2026

  • Das Bild zeigt das Bodenseeufer bei Überlingen mit einem Bootssteg.

    Gewässerschau in Überlingen am Bodensee

    | Gewässer
  • Das Foto zeigt mehrere Kleidungssstücke aufgehängt auf Bügeln

    Glückstag für Fashion-Fans

    | Biosphärengebiet Schwäbische Alb

    25. Klamottentauschparty in Münsingen

  • Die Bücher von der Axel Scheffler-Ausstellung "Grüffelo und Co." liegen auf einem Tisch

    Grüffelo & Co. | Ausstellung mit Büchern von Axel Scheffler

    | Bibliotheken

    Die Ausstellung ist vom 9. März bis zum 2. April 2026 in der Gemeindebücherei in Dettingen an der Erms zu sehen

  • Das Foto zeigt eine Informationsveranstaltung. Mehrere Personen an Tischen in einem großen Raum. Man blickt auf eine Leinwand mit einer Präsentation zum Thema "B 30, Friedrichshafen - Ravensburg"

    B 30neu zwischen Friedrichshafen und Ravensburg/Eschach

    | Straßenplanung

    Regierungspräsidium Tübingen informiert Gemeinde- und Ortschaftsräte von Tettnang, Meckenbeuren und Kau über den Planungsstand und das weitere Vorgehen

  • Das Bild zeigt ein Verbotsschild mit Schriftzug 3,5 Tonnen auf blauem Hintergrund

    L 371 Brücke über den Neckar und Kanal bei Tübingen-Hirschau

    | Brücken

    Sperrung für Schwerverkehr wird nicht eingehalten: Gewichtsbeschränkung auf 3,5 Tonnen notwendig

  • Das Foto zeigt 5 Feuerwehrfahrzeuge des Strahlensprühtrupps vor einer Großen Halle

    Übung zum Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung

    | Feuerwehrwesen
  • Man blickt auf einen mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Hang

    Gehölzentnahme noch bis Ende Februar möglich

    | Umwelt
  • Drei weiße Würfel mit Paragraphensymbol liegen auf einer Tastatur

    Stärkung des Verbraucherschutzes

    | Produktsicherheit

    Neues Produktsicherheitsgesetz setzt EU-Vorgaben konsequent um

  • Das Foto zeigt Dr. Danial Kelm die vor ihrem Computerarbeitsplatz steht.

    Neue Aufgabe, großes Thema: Sicherheit in der Gentechnik

    | Abteilung 5
  • Blick auf die Baustelle Knotenpunkt „Wasserfall“ und „Hochhaus“.

    B 28, Bad Urach – Ausbau der Knotenpunkte „Wasserfall“ und „Hochhaus“

    | Straßen

    Geänderte Verkehrsführung am Hochhausknoten, Sperrung der Burgstraße ab dem 16. Februar 2026

  • Das Foto zeigt Roland Wehrle, Landrat Günther-Martin Pauli, Regierungspräsident Klaus Tappeser beim Narrenempfang im Foyer des RP Tübingen

    Närrisches Treiben im Regierungspräsidium Tübingen

    | Abteilung 1

    Masken, Hästräger und bunte Gestalten beim traditionellen Narrenempfang am 10. Februar 2026 im Regierungspräsidium Tübingen

  • Das Foto zeigt mehrere Grundschüler die in einem Klassenzimmer von einer Lehrerin unterrichtet werden

    Austausch zur Ganztagsbeschulung an der Grundschule Starzach

    | Schule und Bildung